1. Juli 2025

#06 DMAIC (Definieren – Messen – Analysieren – Verbessern – Kontrollieren)

Kaizen Tracker ist nicht „nur“ eine Software oder ein Start-up, sondern eine seit Langem bewährte Lösung für einen systematischen, projektorientierten Ansatz bei Prozessen der kontinuierlichen Verbesserung, die wir ständig weiterentwickeln.

Kaizen-Tracker
Mitglied des Kaizen-Tracker-Teams

1. Name der Methode

DMAIC (Definieren – Messen – Analysieren – Verbessern – Kontrollieren)

2. Alternative Bezeichnungen

DMAIC-Zyklus, Six-Sigma-Methodik

3. Kurze Beschreibung

DMAIC ist ein datenorientierter, strukturierter Ansatz zur Problemlösung und Prozessoptimierung, der das Rückgrat von Six-Sigma-Projekten bildet. Ziel ist es, die Variabilität und die Anzahl der Fehler im Prozess systematisch zu reduzieren.

4. Zweck / Wann anzuwenden

Es wird bei der Lösung komplexer Probleme eingesetzt, bei denen die Ursache nicht offensichtlich ist und eine eingehende, statistische Untersuchung erforderlich ist. Sie eignet sich ideal für Projekte zur Qualitätsverbesserung, Kostensenkung oder Effizienzsteigerung, bei denen das Ergebnis messbar ist und das Problem klar definiert werden kann.

5. Vorgehensweise / So wird es angewendet

Phase 1: DEFINE (Definieren)
– Definieren Sie das Problem: Was ist das Problem aus Sicht des Kunden (intern/extern)?
– Erstellen Sie ein Projektdokument: Legen Sie Ziele, Umfang, Ressourcen, Team und Zeitplan fest.
– Erfassen Sie den Prozess auf hoher Ebene: Verwenden Sie das SIPOC-Tool (Suppliers, Inputs, Process, Outputs, Customers).

Phase 2: MEASURE (Messen)
– Messen Sie die aktuelle Leistung: Sammeln Sie Daten über den Prozess, um das Ausmaß des Problems zu quantifizieren.
- Überprüfen Sie die Zuverlässigkeit des Messsystems: Führen Sie eine Messsystemanalyse (MSA – Measurement System Analysis) durch, um sicherzustellen, dass Ihre Daten korrekt sind.
- Bestimme den Ausgangswert (Baseline): Wie hoch ist das aktuelle Sigma-Niveau oder die Fehlerrate (DPMO)?

Phase 3: ANALYZE (Analysieren)
– Analysiere die Daten und den Prozess: Identifiziere potenzielle Grundursachen des Problems.
- Setze statistische Werkzeuge ein: Nutze Histogramme, Pareto-Diagramme, Regressionsanalyse, Hypothesentests und das Ishikawa-Diagramm.
- Bestätige die Grundursachen: Bestimme auf der Grundlage der Analyse die bestätigten Hauptursachen, die den größten Einfluss auf das Problem haben.

Phase 4: IMPROVE (Verbessern)
– Entwirf und teste Lösungen: Entwickeln Sie Lösungen für die bestätigten Grundursachen (z. B. durch Brainstorming).
– Wählen Sie die beste Lösung aus und setzen Sie sie um: Entscheiden Sie sich für die Lösung mit dem besten Verhältnis von Aufwand und Nutzen. Häufig wird ein Pilotversuch durchgeführt.
– Überprüfen Sie, ob die Lösung funktioniert: Messen Sie die Prozessleistung nach der Umsetzung der Änderung und vergleichen Sie sie mit dem Ausgangswert.

Phase 5: CONTROL (Steuerung)
– Standardisieren Sie die neue Lösung: Aktualisieren Sie die Prozessdokumentation, die Standardarbeitsanweisungen (SOPs) und die Schulungen.
- Richten Sie ein Überwachungssystem ein: Erstellen Sie Kontrollkarten (Control Charts), um die Prozessleistung zu überwachen und die Nachhaltigkeit der Verbesserung sicherzustellen.
- Erstellen Sie einen Reaktionsplan: Was ist zu tun, wenn der Prozess außerhalb der festgelegten Grenzen gerät?
– Schließen Sie das Projekt ab und übergeben Sie es dem Prozessverantwortlichen.

6. Beispiel aus der Praxis

Das Callcenter sah sich mit einer hohen Kundenunzufriedenheit (NPS) konfrontiert. D: Das Problem wurde als „niedriger NPS-Wert aufgrund langer Wartezeiten in der Warteschlange“ definiert. M: Das Team ermittelte die durchschnittliche Wartezeit (AWT), die bei 180 Sekunden lag. A: Die Analyse ergab, dass 80 % der Anrufe zwischen 10:00 und 12:00 Uhr eingingen, zu einer Zeit, in der nicht genügend Mitarbeiter zur Verfügung standen. I: Das Team entwarf und implementierte eine Änderung des Schichtplans, um die Personalausstattung zu Spitzenzeiten zu verstärken. C: Der neue Schichtplan wurde standardisiert. Das Kontrolldiagramm verfolgte die AWT, die sich bei 60 Sekunden stabilisierte, und der NPS-Wert verbesserte sich deutlich.

7. Vorteile

- Strukturiertheit und Disziplin: Er führt das Team Schritt für Schritt und verhindert, dass wichtige Phasen übersprungen werden
.- Datenorientierung: Entscheidungen basieren auf Fakten und statistischen Belegen, nicht auf Eindrücken.
- Fokus auf die Grundursachen: Verhindert die Umsetzung von Lösungen, die nur die Symptome bekämpfen
.- Nachhaltigkeit der Ergebnisse: Die Control-Phase stellt sicher, dass die Verbesserung langfristig ist.

8. Risiken / Grenzwerte

- Zeit- und Ressourcenaufwand: DMAIC-Projekte können Monate dauern und erfordern geschulte Fachkräfte (Green Belt, Black Belt).
- Bürokratie: Wird die Methodik zu streng angewendet, kann dies den Prozess verlangsamen und das Team demotivieren.
- Ungeeignet für einfache Probleme: DMAIC bei einem einfachen Problem anzuwenden, ist wie „mit Kanonen auf Spatzen schießen“. In einem solchen Fall reichen PDCA oder Kaizen aus
.- Erfordert statistische Kenntnisse: Vor allem die Phasen „Measure“ und „Analyze“ erfordern die Fähigkeit, mit statistischen Werkzeugen zu arbeiten.

9. Tipps aus der Praxis

- DMAIC vs. PDCA: PDCA eignet sich besser für schrittweise Verbesserungen und die Lösung bekannter Probleme. DMAIC ist stärker bei der Lösung komplexer, unbekannter Probleme, bei denen statistische Analysen eine entscheidende Rolle spielen.
- Verlieben Sie sich nicht in Werkzeuge: Verwenden Sie nur die Werkzeuge, die für die jeweilige Phase und das jeweilige Problem relevant sind. Das Ziel besteht nicht darin, so viele Techniken wie möglich einzusetzen.
- Die Projektcharta ist entscheidend: Eine gut definierte Projektcharta in der ersten Phase verhindert „Scope Creep“ (Aufgabenausweitung) und hält das Projekt auf dem richtigen Kurs.
– Beziehen Sie den Projektsponsor mit ein: Regelmäßige Kommunikation mit dem Projektsponsor gewährleistet Unterstützung und die Beseitigung von Hindernissen.

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