1. Juli 2025

#83 Peer-Feedback (Feedback unter Kollegen)

Kaizen Tracker ist nicht „nur“ eine Software oder ein Start-up, sondern eine seit Langem bewährte Lösung für einen systematischen, projektorientierten Ansatz bei Prozessen der kontinuierlichen Verbesserung, die wir ständig weiterentwickeln.

Kaizen-Tracker
Mitglied des Kaizen-Tracker-Teams

1. Name der Methode

Peer-Feedback (Kollegiales Feedback)

2. Alternative Bezeichnungen

360-Grad-Feedback (ein umfassenderes Konzept), Peer-Review

3. Kurze Beschreibung

Peer-Feedback ist ein Prozess, bei dem sich Teammitglieder gegenseitig konstruktives Feedback zu ihrer Arbeit, ihrem Verhalten und ihrer Zusammenarbeit geben. Es handelt sich dabei nicht um eine Bewertung durch einen Vorgesetzten, sondern durch Kollegen auf gleicher Ebene.

4. Zweck / Wann anzuwenden

Es wird zur Förderung der persönlichen Entwicklung, zur Verbesserung der Zusammenarbeit im Team und zum Aufbau einer Kultur der Offenheit und des Vertrauens eingesetzt. Es bietet einen umfassenderen Einblick in die Leistung des Einzelnen, da Kollegen oft Aspekte der Arbeit erkennen, die dem Vorgesetzten verborgen bleiben.

5. Vorgehensweise / So wird es angewendet

1. Schaffen Sie ein sicheres Umfeld: Betonen Sie, dass es darum geht, zu helfen, und nicht darum, zu kritisieren. Legen Sie Regeln fest (z. B. muss Feedback konkret, sachlich und auf das Verhalten bezogen sein, nicht auf die Person).
2. Wählen Sie ein Format:
– Informell: Regelmäßiges, spontanes Geben von Feedback im Arbeitsalltag.
– Formell: Strukturierte Besprechungen (z. B. im Rahmen einer Retrospektive) oder anonyme Fragebögen.
3. Bringen Sie den Menschen bei, wie man Feedback gibt und annimmt: Verwenden Sie Modelle wie SBI (Situation-Behavior-Impact): „Gestern in der Besprechung (Situation), als du die Ergebnisse präsentiert hast, hast du sehr schnell gesprochen (Verhalten), und deshalb fiel es mir schwer, aufmerksam zu bleiben (Auswirkung).“
4. Moderieren Sie den Prozess: Vor allem zu Beginn ist es sinnvoll, einen Moderator einzusetzen, der dazu beiträgt, die Diskussion konstruktiv zu gestalten.

6. Beispiel aus der Praxis

Am Ende des Projekts organisiert das agile Team einen „Peer-Feedback“-Workshop. Jedes Teammitglied schreibt für jeden Kollegen auf zwei Zettel: „Was ich an dir in diesem Projekt am meisten schätze“ und „Ein Tipp, der dir in Zukunft helfen könnte“. Anschließend tauschen sie diese Zettel paarweise aus und sprechen kurz darüber.

7. Vorteile

- Bietet vielfältige und umfassende Einblicke in die Leistung des Einzelnen
.- Verbessert die Selbsterkenntnis und fördert die persönliche Entwicklung
.- Stärkt die Beziehungen und das Vertrauen im Team
.- Fördert das Verantwortungsbewusstsein gegenüber den Kollegen.

8. Risiken / Grenzwerte

- Es kann zu Konflikten führen, wenn es nicht in einem angemessenen und sicheren Umfeld stattfindet.
- Die Menschen könnten Angst haben, ehrlich zu sein, um ihre Beziehungen nicht zu gefährden.
- Es kann zu einem „Beliebtheitswettbewerb“ oder zum Ausgleich persönlicher Rechnungen ausarten.
- Es erfordert ein hohes Maß an Reife innerhalb des Teams.

9. Tipps aus der Praxis

- Beginnen Sie mit positivem Feedback: Bringen Sie den Menschen zunächst bei, sich gegenseitig wertzuschätzen. Erst danach fügen Sie konstruktive Kritik hinzu.
– Feedback ist ein Geschenk: Bringen Sie den Menschen bei, es dankbar anzunehmen, ohne sich zu rechtfertigen.
– Verbinden Sie Peer-Feedback niemals mit der Vergütungsbewertung. Es muss ein reines Entwicklungsinstrument sein.

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