1. Juli 2025

#60 Eisberg-Modell

Kaizen Tracker ist nicht „nur“ eine Software oder ein Start-up, sondern eine seit Langem bewährte Lösung für einen systematischen, projektorientierten Ansatz bei Prozessen der kontinuierlichen Verbesserung, die wir ständig weiterentwickeln.

Kaizen-Tracker
Mitglied des Kaizen-Tracker-Teams

1. Name der Methode

Eisberg-Modell (Eisberg-Modell)

2. Alternative Bezeichnungen

Modell des systemischen Denkens

3. Kurze Beschreibung

Das Gletschermodell ist ein Instrument des systemischen Denkens, das dabei hilft, über die unmittelbaren Ereignisse hinauszuschauen und die tieferen Ursachen von Problemen zu verstehen. Es besagt, dass sichtbare Ereignisse (die Spitze des Eisbergs) lediglich das Ergebnis verborgener Muster, Strukturen und mentaler Modelle (des unter Wasser liegenden Teils des Eisbergs) sind.

4. Zweck / Wann anzuwenden

Es wird zur eingehenden Analyse chronischer und komplexer Probleme eingesetzt. Es hilft dabei, von einer reaktiven Symptombehandlung zu einer proaktiven Veränderung des Systems überzugehen, das diese Probleme verursacht.

5. Vorgehensweise / So wird es angewendet

Analysieren Sie das Problem auf vier Ebenen, von oben nach unten:
1. Ebene der Ereignisse (Events – Was ist passiert?): Beschreiben Sie das konkrete, sichtbare Ereignis. Beispiel: „Jano hatte gestern die Grippe und ist nicht zur Arbeit gekommen.“ Dies ist die reaktive Ebene.
2. Die Musterebene (Patterns – Welche Trends gibt es?): Suchen Sie nach langfristigen Trends und sich wiederholenden Verhaltensmustern. Beispiel: „Jano ist jeden Monat krank. Insgesamt ist die Krankheitsquote in unserem Team hoch, besonders im Winter.“ Dies ist die adaptive Ebene.
3. Ebene der Strukturen (Structures – Was beeinflusst diese Muster?): Suchen Sie nach physischen, organisatorischen oder prozessbezogenen Strukturen, die diese Muster verursachen. Beispiel: „Wir haben ein Großraumbüro ohne Belüftung, was die Verbreitung von Viren begünstigt. Das Unternehmen verfügt über kein Programm zur Gesundheitsförderung.“ Dies ist die kreative Ebene.
4. Ebene der mentalen Modelle (Mental Models – Welche Überzeugungen und Werte prägen diese Strukturen?): Suchen Sie nach tief verwurzelten Überzeugungen, Werten und Annahmen, die das System am Laufen halten. Beispiel: „Es herrscht die Überzeugung vor, dass ‚Arbeit wichtiger ist als Gesundheit‘ und dass ‚auch krank zur Arbeit zu gehen ein Zeichen von Engagement ist‘.“ Dies ist die Transformationsebene.

6. Beispiel aus der Praxis

Ereignis: Ausfall der Website. Muster: Ausfälle treten immer häufiger auf, insbesondere bei hoher Auslastung. Struktur: Die Serverinfrastruktur ist veraltet und die Software ist nicht optimiert. Denkmodell: „Wozu in die Infrastruktur investieren, wenn es doch noch mehr oder weniger funktioniert? Die IT ist nur ein Kostenfaktor.“

7. Vorteile

- Fördert systemisches Denken: Hilft dabei, das gesamte System und seine Zusammenhänge zu erkennen
.- Deckt die tatsächlichen Hebel für Veränderungen auf: Zeigt, dass die effektivsten Veränderungen auf der Ebene von Strukturen und Denkmodellen stattfinden.
- Führt zu dauerhaften Lösungen, nicht nur zu schnellen „Notlösungen“.
- Verbessert die Vorhersage zukünftiger Probleme.

8. Risiken / Grenzwerte

- Abstraktheit: Vor allem die Ebene der mentalen Modelle kann für Teams schwer fassbar sein.
– Dies erfordert Zeit und tiefes Nachdenken.
- Widerstand gegen Veränderungen: Die Veränderung tiefgreifender Strukturen und mentaler Modelle ist sehr anspruchsvoll und stößt auf Widerstand.
- Schwierige Nachweisbarkeit: Die Zusammenhänge zwischen den Ebenen sind oft hypothetischer Natur und lassen sich nur schwer anhand harter Daten belegen.

9. Tipps aus der Praxis

- Im Team anwenden: Die Diskussion über die einzelnen Ebenen führt zu umfangreicheren Ergebnissen.
- Fragen Sie „warum“: Der Übergang zwischen den Ebenen erfolgt im Wesentlichen nach der 5-Why-Methode.
- Konzentrieren Sie sich auf strukturelle Veränderungen: Auf dieser Ebene haben die meisten Organisationen den größten Hebel für echte Veränderungen.

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