1. Juli 2025

#29 Benchmarking

Kaizen Tracker ist nicht „nur“ eine Software oder ein Start-up, sondern eine seit Langem bewährte Lösung für einen systematischen, projektorientierten Ansatz bei Prozessen der kontinuierlichen Verbesserung, die wir ständig weiterentwickeln.

Kaizen-Tracker
Mitglied des Kaizen-Tracker-Teams

1. Name der Methode

Benchmarking

2. Alternative Bezeichnungen

Vergleichende Analyse

3. Kurze Beschreibung

Benchmarking ist ein Prozess des systematischen Vergleichs der eigenen Prozesse, Produkte oder Leistungskennzahlen mit denen, die als die besten ihrer Art („Best-in-Class“) gelten. Das Ziel besteht nicht darin, zu kopieren, sondern von den Besten zu lernen und deren erfolgreiche Ansätze an die eigenen Gegebenheiten anzupassen.

4. Zweck / Wann anzuwenden

Es wird verwendet, um realistische, aber ehrgeizige Ziele festzulegen, Verbesserungsmöglichkeiten zu identifizieren und Innovationen zu beschleunigen. Es eignet sich, wenn Sie herausfinden möchten, welche Leistung erreichbar ist, wenn Sie außerhalb Ihrer Organisation nach neuen Ideen suchen oder wenn Sie eine externe Perspektive auf Ihre eigene Leistungsfähigkeit benötigen.

5. Vorgehensweise / So wird es angewendet

1. Planung:
– Was soll verglichen werden? Identifizieren Sie einen Prozess oder eine Kennzahl, die für den Erfolg entscheidend ist und Verbesserungspotenzial bietet.
– Mit wem soll verglichen werden? Wählen Sie Partner für den Vergleich aus. Dies kann Folgendes umfassen:
* Internes Benchmarking: Vergleich zwischen Abteilungen oder Niederlassungen innerhalb des eigenen Unternehmens
.* Wettbewerbs-Benchmarking: Direkter Vergleich mit Wettbewerbern
.* Funktionsbezogene Vergleichsanalyse: Vergleich einer bestimmten Funktion (z. B. Logistik) mit den führenden Unternehmen in dieser Funktion, auch wenn diese aus einer anderen Branche stammen (z. B. Vergleich der Logistik eines Krankenhauses mit der Logistik von Amazon).
* Generisches Benchmarking: Vergleich grundlegender Prozesse, die universell sind
.- Wie werden Daten erhoben? Definieren Sie Methoden zur Datenerhebung (Fragebögen, Interviews, öffentliche Quellen).
2. Analyse
:- Datenerhebung: Erhebe quantitative (Kennzahlen) und qualitative (Abläufe) Daten
.- Identifiziere Lücken (Gaps): Vergleiche die eigene Leistung mit der des Partners und identifiziere Unterschiede.
- Ursachen analysieren: Verstehen Sie, warum der Partner eine bessere Leistung erbringt. Welche Prozesse, Technologien oder Praktiken wendet er an?
3. Umsetzung
:- Ergebnisse kommunizieren: Teilen Sie die Ergebnisse der Analyse innerhalb der Organisation mit.
- Setzen Sie neue Ziele: Definieren Sie auf der Grundlage der Erkenntnisse neue, ehrgeizige Ziele.
- Erstellen Sie einen Aktionsplan: Entwerfen Sie konkrete Schritte zur Anpassung und Umsetzung bewährter Praktiken.
4. Überprüfung und Wiederholung
:- Überwachen Sie den Fortschritt: Verfolgen Sie die Zielerreichung und die Auswirkungen der Veränderungen
.- Kalibrieren und wiederholen: Benchmarking ist ein fortlaufender Prozess, keine einmalige Maßnahme.

6. Beispiel aus der Praxis

Die Fluggesellschaft Southwest Airlines wollte die für die Vorbereitung eines Flugzeugs zwischen den Flügen benötigte Zeit (Turnaround-Zeit) drastisch verkürzen. Anstatt sich mit anderen Fluggesellschaften zu vergleichen (Wettbewerbs-Benchmarking), entschieden sie sich für ein funktionales Benchmarking und untersuchten die Mechanikerteams in der Formel 1. Sie stellten fest, dass der Schlüssel zu ihrer Schnelligkeit in einer extremen Standardisierung, der parallelen Ausführung von Aufgaben und genau definierten Rollen jedes Teammitglieds liegt. Diese Prinzipien passten sie anschließend an ihre Prozesse an und erzielten so eine deutliche Zeitersparnis.

7. Vorteile

- Beschleunigt Verbesserungen: Ermöglicht es, den Prozess des Ausprobierens zu überspringen und aus bewährten Lösungen zu lernen
.- Legt externe Bezugspunkte fest: Verhindert Selbstzufriedenheit und „Betriebsblindheit“.
- Fördert Innovationen: Bringt neue Ideen und Perspektiven von außen ein
.- Verbessert die strategische Planung: Bietet einen realistischen Blick darauf, was auf dem Markt erreichbar ist.

8. Risiken / Grenzwerte

- Schwierigkeiten bei der Datenerhebung: Wettbewerber zögern oft, sensible Daten weiterzugeben. Funktionales Benchmarking ist in dieser Hinsicht einfacher
.- Blindes Kopieren („Copy-Paste“): Eine Lösung, die in einem Unternehmen funktioniert, muss aufgrund unterschiedlicher Unternehmenskultur, Unternehmensgröße oder Strategie nicht unbedingt auch in einem anderen Unternehmen funktionieren. Eine Anpassung ist erforderlich, kein bloßes Kopieren.
- Unethisches Verhalten: Bei der Datenerhebung müssen ethische und rechtliche Standards eingehalten werden.
- Kosten und Zeitaufwand: Ein gründliches Benchmarking-Projekt kann ressourcen- und zeitintensiv sein.

9. Tipps aus der Praxis

- Seien Sie bereit, Informationen zu teilen: Benchmarking ist oft eine wechselseitige Angelegenheit. Wenn Sie Daten erhalten möchten, sollten Sie bereit sein, auch Ihre eigenen zur Verfügung zu stellen.
- Konzentrieren Sie sich nicht nur auf Kennzahlen: Wichtiger als die Zahlen selbst ist es, zu verstehen, „warum“ und „wie“ der Partner bessere Ergebnisse erzielt.
- Beginnen Sie intern: Internes Benchmarking ist eine hervorragende Möglichkeit, die Methodik zu erlernen und mit minimalen Hürden schnelle Erfolge zu erzielen.
- Besuchen Sie den Partner (Gemba): Wenn möglich, geht nichts über einen persönlichen Besuch und die Beobachtung des Prozesses in der Praxis.

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