1. Name der Methode
Einzelgespräche (One-on-One)
2. Alternative Bezeichnungen
Zwischen vier Augen, Check-in
3. Kurze Beschreibung
Ein 1-on-1 ist ein regelmäßiges, persönliches Gespräch zwischen einem Vorgesetzten und seinem direkten Mitarbeiter. Im Gegensatz zu einer Statusbesprechung geht es dabei nicht in erster Linie um Projekte, sondern um den Mitarbeiter – um dessen Zufriedenheit, Entwicklung, Probleme und Feedback für den Vorgesetzten.
4. Zweck / Wann anzuwenden
Es dient dazu, Vertrauen und eine Beziehung zwischen Führungskraft und Mitarbeiter aufzubauen, Feedback zu geben und einzuholen, Probleme zu lösen, bevor sie eskalieren, sowie über berufliche Entwicklung und Aufstiegsmöglichkeiten zu sprechen. Es ist ein zentrales Instrument der modernen Führung.
5. Vorgehensweise / So wird es angewendet
1. Regelmäßigkeit: Planen Sie sie regelmäßig ein (z. B. einmal alle 2–4 Wochen) und sagen Sie sie niemals ab. Das zeigt dem Mitarbeiter, dass er Priorität hat.
2. Dauer und Ort: In der Regel 30–60 Minuten, an einem Ort, an dem sich beide wohlfühlen.
3. Die Tagesordnung bestimmt der Mitarbeiter: Es ist sein Gespräch. Der Vorgesetzte sollte den Mitarbeiter dazu ermutigen, Themen vorzubereiten, über die er sprechen möchte.
4. Struktur: Eine gute Struktur könnte wie folgt aussehen: 10 Minuten Mitarbeiter (seine Themen), 10 Minuten Vorgesetzter (seine Themen), 10 Minuten Zukunft (Entwicklung, Ziele).
5. Stellen Sie gute Fragen: Der Vorgesetzte sollte mehr zuhören als reden. Beispielfragen: „Wie fühlst du dich?“, „Was bereitet dir die größte Freude/Frustration?“, „Wie kann ich dir helfen?“, „Welches Feedback hast du für mich?“.
6. Notieren und verfolgen Sie Maßnahmen: Notieren Sie die vereinbarten Schritte und überprüfen Sie deren Umsetzung beim nächsten Treffen.
6. Beispiel aus der Praxis
Die IT-Managerin führt jeden zweiten Freitag ein 30-minütiges Einzelgespräch mit jedem Mitglied ihres Teams. Mit der Nachwuchskraft Zuzana bespricht sie deren Plan zur Zertifizierung, mit dem Experten Peter erörtert sie dessen Frustration über die langsamen Unternehmensprozesse und bittet beide um Feedback zu ihrer Führungsarbeit.
7. Vorteile
- Schafft Vertrauen und psychologische Sicherheit.
- Verbessert die Kommunikation und beugt Missverständnissen vor.
- Steigert das Engagement und die Zufriedenheit der Mitarbeiter.
- Ermöglicht die frühzeitige Erkennung von Problemen und des Risikos einer Mitarbeiterfluktuation.
- Liefert dem Vorgesetzten wertvolles Feedback.
8. Risiken / Grenzwerte
- Wenn es zu einem reinen Statusbericht wird, verliert es seinen Sinn
.- Es ist zeitaufwendig, insbesondere für Führungskräfte mit großen Teams
.- Es erfordert vom Manager Fähigkeiten im Coaching und im aktiven Zuhören
.- Mangel an Aufrichtigkeit, wenn kein Vertrauen besteht.
9. Tipps aus der Praxis
- Unterbrechen Sie niemals ein Einzelgespräch. Falls es doch notwendig sein sollte, vereinbaren Sie sofort einen Ersatztermin
.- Bereiten Sie sich vor: Auch ein Vorgesetzter sollte sich vor dem Gespräch überlegen, worüber er sprechen möchte
.- Machen Sie sich Notizen: Das zeigt, dass Sie zuhören und die Themen ernst nehmen
.- Der Vorgesetzte spricht zuletzt. Geben Sie dem Mitarbeiter zunächst das Wort.